Nikon FE

Man nehme die Mechanik der FM, kombiniere sie mit der Elektronik der EL2, und fertig ist die Nikon FE. So geschehen 1978, denn bei Erscheinen der FM kam unmittelbar auch der Wunsch nach einem automatischen Schwestermodell auf.

Doch ganz so einfach machte man sich die Sache bei Nikon dann doch nicht. Als erstes wurde die Elektronik auF3 Volt eingestellt, um die Kamera wahlweise mit zwei 1,5 Volt Silberoxyd-Batterien oder einer 3 Volt- Lithiumbatterie betreiben zu können.

Von vielen Anwendern begrüßt wurde auch die Möglichkeit, die Einstellscheibe selbst wechseln zu können - was bei der FM nicht möglich ist. Wegen des fest eingebauten Prismensuchers muß der Wechsel durch die Bajonettöffnung erfolgen. Neben der serienmäßigen K-Scheibe mit Schnittbild-Indikator und Mikroprismen-Ring stehen die beiden Vollmattscheiben B und E (letztere mit Gittereinteilung, praktisch bei Architekturaufnahmen und für Mehrfachbelichtungen) zur Auswahl. Nikon lieferte bei diesen Mattscheiben eine Montage-Pinzette mit, die das Herausnehmen und Einsetzen ohne Beschädigung des Spiegels oder der Scheibe selbst erleichtern soll.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Wechsel zweifellos, doch wird man ihn selten vornehmen müssen: wer die Vollmattscheibe mit oder ohne Gittereinteilung der serienmäßigen Ausführung vorzieht, hat seine Gründe dafür und wird bei der Alternative bleiben. Übrigens sind die helleren Einstellscheiben K 2, B 2 und E 2 der FE2/FA in der Nikon FE ebenfalls verwendbar. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, die Filmempfindlichkeits-Einstellung entsprechend der Angabe zu korrigieren. Denn nicht nur der Fotograf hat dann 1/3 Blende mehr Licht im Sucher, sondern auch die Belichtungsmeßzellen. Ein Film mit ISO 100/21 muß also auf ISO 80/20 eingestellt werden.

Als weitere Neuerung gibt es in der Nikon FE eine Blitzbereitschafts-Anzeige im Sucher und die automatische Umschaltung auf die Synchronzeit beim Aufsetzen eines Blitzgerätes. Dazu befindet sich im Zubehörschuh neben dem Mittenkontakt ein weiterer Steuerkontakt, über den mit Nikon Blitzgeräten ab SB-10 sowie kompatiblen Fremdblitzgeräten die Bereitschaftsanzeige im Sucher mit Strom versorgt wird.

Gleichzeitig wird beim Einschieben eines Blitzgerätes die kürzeste Synchronzeit von 1/90 Sek. automatisch eingestellt, wenn Zeitautomatik vorgewählt ist. Doch auch bei manuell eingestellten kürzeren Zeiten warnt die Nikon FE durch eine energisch blinkende Bereitschaftsanzeige.

Bei der Belichtungsanzeige im Sucher hat man auf die der EL zurückgegriffen, deren Nadelanzeige wurde jedoch durch die zusätzliche Position M für die mechanisch gebildete 1/90 Sek. ergänzt. Sie bildet die ''Notbremse'', wenn die Leistung der Batterien ''in den Keller'' geht: wenn bei zu geringer Batterieleistung ausgelöst wird, klappt lediglich der Spiegel hoch, der nur durch Verstellen des Zeitenrades auf die mechanische ''90'' wieder in die Ausgangsposition gebracht werden kann.

Erweitert ist bei der Nikon FE auch der Bereich der Filmempfindlichkeitseinstellung: er wurde nach oben bis ISO 4000/37 ausgedehnt. Den Hebel für Mehrfachbelichtungen hat man für den Einsatz in Verbindung mit Motorbetrieb griffgünstiger direkt an den Schnellschalthebel angesetzt. Bleibt zum Abschluß noch zu bemerken, daß mit der Nikon FE Okularschutzgläser mit einem Gummirand eingeführt wurden, um ein Verkratzen von Brillengläsern zu vermeiden.

Konstruktionsbedingt kann es bei der FM und der FE passieren, daß beim Aufschrauben auf ein Stativ mit besonders großer Auflagefläche der Blendenring blockiert wird. Deshalb hat man beim Erscheinen der Nikon FE jeder Kamera eine schwarze Kunststoff-Distanzplatte beigelegt.